Der Sound auf Tiger Lou’s aktuellem Album „A Partial Print“ weckt so manchen Überlebensinstinkt, den man schon längst verloren geglaubt hat. Man denke dabei an einen Schlittenführer, der mit seinen Huskys in der unendlichen Weite Sibiriens in einen Schneesturm geraten ist und sich schwermütig durch die lebensfeindliche Landschaft schleppt. Oder an einen Ertrinkenden, der in den reißenden Fluten des Yukon River um sein Überleben kämpft, indem er nach jedem noch so dünnen Strauch greift. Man stelle sich den schwedischen Holzfäller vor, wie er ramponiert und gerädert nach Hause zurückkehrt, nachdem er im Wald mit einem wilden Bären gekämpft hat. Er hat dem Tod ins Auge geblickt – aber er hat überlebt.
Tiger Lou alias Rasmus Kellerman wird seine eigenen Visionen gehabt haben, als er die Songs seines neuesten Albums zu Papier gebracht hat. Zumindest was die Lyrics angeht, beschränkt er sich dabei größtenteils auf das Zwischenmenschliche und Banale, auf Beziehungen zu anderen Menschen und zu sich selbst. Das Entscheidende sind aber nicht die Texte, denn diese hält Rasmus gerne im Hintergrund. Sie werden bei ihm zu einem Instrument unter vielen. Mindestens so persönlich, wie die Botschaften seiner Texte, sind die Gefühle, die er durch seine Musik, durch den Sound und die Wahl der Instrumente ausdrücken will. Es dreht sich alles um die Atmosphäre, die beim Musizieren entsteht. Und die ist auf dem neuen Album – wie schon auf den Vorgängern – eine schwermütig-bedrückende. Songs wie “The more you give” und “The less you have to carry” ziehen sich hin, wie ein langer, kräftezehrender Marsch über unwegsames Gelände. Ein treibender Beat ermahnt den Hörer, ja nicht aufzugeben, auch wenn die Reise beschwerlich ist, sprich: die Melancholie einen zu verschlucken droht. Es lohnt sich zu kämpfen, denn Tiger Lou pflastert seine musikalische Odyssee mit zahlreichen leuchtenden Höhepunkten: Das leichtfüßig groovende „Crushed by a Crowd“ verschafft einem die dringend benötigte Atempause, ehe das Album seinen langen Weg von der Stelle seiner Entstehung (Tiger Lou’s Innerstes) zu den unendlichen Weiten der Welt fortsetzt. Gitarren-Klänge in „Trust Falls“, so endlos und weit wie der Horizont über den Ozeanen, wechseln sich ab mit staubig-trockenen Akkordfolgen, die brennen wie aufgeheizter Sand unter den Füßen. Sphärische Synthies, Echo- und Hall-Effekte führen den Hörer tief unter die Erde, hinab in die verborgenen Höhlen des Unterbewusstseins von Rasmus Kellerman. Und ständig wird man begleitet von dieser einzigartigen Stimme, die scheinbar aus dem Off zu einem Spricht, einem den Weg weist. Durch die unendliche Weite der Wildnis.
Ligx.de überträgt den Gig von Tiger Lou am Donnerstag (30.04.) ab 20:00 Uhr live aus dem Lido in Berlin!
Wer von euch sich schon immer zu jenen Leuten zählte, die gerne zur Musik von Indie-Helden wie The Strokes, The Libertines, Mando Diao oder Franz Ferdinand abtanzten, der kann sich mit der folgenden Band über einen weiteren spannenden Act in seiner privaten Jukebox freuen. Wer nicht: Keine Sorge, der wird es spätestens nach einer der berühmt-berüchtigten Abtanzpartys von 

Es läuft mal wieder alles auf den Sex hinaus. Auf die „animalischen“ Bühnen-Instinkte von Sänger Danko – was auch immer das sein mag . Auf den „in die Weichteile tretenden Powerrock“ seiner Band. Journalisten schreiben gerne über Danko Jones-Konzerte, bei denen es wieder tonnenweise BHs auf die Bühne geregnet hat (möglichst noch in Größe Doppel-D) und nicht wenige Musik-Portale beschreiben den bandeigenen Stil als „irgendetwas zwischen Hard Rock, Punk und Sex Appeal“. Vielen Dank für so viel Einfallsreichtum, setzen, sechs!