The Peacocks
Den heutigen Blog-Eintrag beginne ich zur Abwechslung mal mit einer Zahl: Nämlich der 16. 16 Jahre, genau so lange machen The Peacocks nun mittlerweile gemeinsam Musik. In dieser Zeit hat das Trio aus der Schweiz stolze acht Alben produziert und fast ganz Europa, die USA, Kanada sowie das ferne Japan bereist. Das Album „Made in Japan“ bezeugt letztere spezielle Erfahrung. All die Zeit über ist die Band ihrem ursprünglichen Sound, dem punkig angehauchten Rockabilly, stets treu geblieben. Experimente überlassen sie lieber anderen Bands. Wozu sollte man auch ändern, was ganz offensichtlich bestens funktioniert? Die Zutaten, mit denen Sänger Hasu Langhart und seine Mannen den musikalischen Kessel am Dampfen halten, sind einfach, aber effektiv: Der Punk lässt die Herzen der Hörer zunächst schneller schlagen, der Swing sorgt für ausreichend „Gute Laune-Glückshormone“ in der Blutlaufbahn, eine kräftige Portion schneller Rock bringt anschließend die Tanzfläche zum Glühen, bevor gelegentliche Country-Einlagen die erhitzten Gemüter schließlich wieder ein wenig herunter kühlen. Dieses Rezept hat schon auf dem Debütalbum „Come with us“ funktioniert und das tut es nun auch auf dem neuesten Werk „Gimme more“. Dass die Band trotz aller Maloche bis zum heutigen Tag nicht den Durchbruch geschafft hat und auch keinerlei nennenswerte Chart-Platzierungen vorweisen kann, stört die Herren hingegen wenig. „Verdammt, wir spielen Punk und Billy und so, das ist doch klassischer Underground“, bemerkte Sänger Hasu einst in einem Interview. „Was willst du da auch mit dem Mainstream flirten und in die Charts? Wir fühlen uns wohl und zu Hause im Untergrund.“ Ein Hoch auf so viel Selbstgenügsamkeit! Außerdem befindet man sich im Untergrund mit Bands wie Texabilly Rockers aus Portugal, Johnny Loda aus Italien oder den deutschen Boppin B‘ ohnehin in besserer Gesellschaft. Ligx.de überträgt den Gig der Peacocks heute (31.10.) ab 21:00 Uhr live aus dem Hamburger Molotow.
Archive for October, 2008
Fühlen sich wohl im Untergrund: The Peacocks LIVE auf Ligx.de!
Friday, October 31st, 2008Achtung, herumfliegende Füße: Waterdown LIVE auf Ligx.de!
Friday, October 24th, 2008
Brutal sollen sie in den letzten Jahren geworden sein. Deutlich härter, gnadenloser, tödlicher . Es wird noch lauter geschrien als sonst und die Gitarren wiehern förmlich vor Wut. Spricht man die Jungs von Waterdown auf ihr neues Album „Powersnake“ an, so antworten sie nur „Wer unser altes Album „All Riot“ kennt, der wird auch mit dem neuen Kram klarkommen.“ Eigentlich schon ein kleines Eingeständnis und für Hardcore-Fans mit Sicherheit ein weiterer Grund zur Freude. Die sechs Osnabrücker hingegen haben in der Trennung von ihrem Label „Victory“ jüngst einen weiteren Grund gefunden, ihrer rasenden Wut freien Lauf zu lassen. Schließlich verlief die Zusammenarbeit alles andere als optimal. Man habe sie, so die Band, „am langen Arm verhungern lassen“. Gemeint ist die Weigerung der Plattenfirma, Waterdown auf US-Tour gehen zu lassen. Da half alles betteln nichts, „die haben uns einfach ignoriert.“ Dabei war es der größte Wunsch der Jungs, auch mal in den USA touren zu dürfen. Kein Wunder also, dass Waterdown heute aggressiver in die Saiten haut, als je zuvor. Der Frust muss eben raus und Text und Töne sind dafür das optimale Werkzeug. So kann man denn auch davon ausgehen, dass die Band den Gig in der Hamburger Markthalle dazu nutzen wird, wieder ordentlich „Stunk“ zu machen. An dieser Stelle sei deshalb schon mal vor wild durch die Gegend fliegenden Köpfen, Füßen und allerlei anderen verknoteten Gliedmaßen gewarnt. Ein echter Waterdown-Fan wird es bereits kennen und lieben. Wer es lieber gemütlich hat, der schaue sich das Ganze doch vom heimischen Rechner aus an: Ligx.de überträgt den Gig von Waterdown am Dienstag (28.10.) ab 21:00 Uhr live aus der Markthalle! Special Guest sind an diesem Abend Badge of Apathy. Wenn das mal gut geht…
Mit dem Kopf durch die Wand: Die Backyard Babies LIVE auf Ligx.de!
Thursday, October 16th, 2008
Eine alte Musiker-Weisheit lautet: Niemals mehr, als wirklich mit aller Gewalt rein geht! Schon die ganz alten Helden, wie The Ramones, Guns ‘n‘ Roses und Mötley Crüe, haben zu ihrer besten Zeit auf diese einfache Regel gesetzt und sind immer gut mit ihr gefahren. Blöd nur, dass das keiner den Backyard Babies verraten hat. Es hätte ihnen bei den Aufnahmen ihres neuen selbstbetitelten Albums eine Menge Arbeit ersparen können. Knapp zwei Jahre lang sollen die vier Schweden an den Songs ihrer neuen Platte geschraubt und dabei Rotz und Tränen in Strömen vergossen haben. Wen wundert es? Sollte doch mit diesem Album nach einigen ziemlich erfolglosen Versuchen, ihren 1999er Erfolg „Total 13“ zu wiederholen, endlich mal wieder ein typisch ungeschliffenes und schnörkelloses BYB-Album die Städte dieser Welt fluten. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen, und die Babies wussten das. Also taten sie, was jeder einigermaßen trinkfeste Rock ‘n‘ Roller in dieser Situation tun würde: Sie betranken sich und gingen ins Tonstudio. Und welch enthusiastischer Schlachtplan: Verstärker wurden aufgedreht, Gitarren-Verzerrer auf Maximum-Overload gestellt, die Trommeln mit Büffel-Leder bespannt und Rammstein-Produzent Jacob Hellner an das Mischpult gesetzt. Wenn wir schon mit dem Kopf durch die Wand rennen, so das Motto, dann aber richtig! Und so rennen sie los, und rennen und rennen. Und dann, mit den ersten Tönen von „Abandon“, entdecken sie die Wand plötzlich am Horizont und stürmen sofort auf sie zu. Ganze neun Songs lang rennen sie sich den Hintern ab, wie eine mit Speed gefütterte Maus in einem Laufrad, brettern mit Vollgas durch die hügelige Song-Landschaft. Und wie wunderbar: Es gelingt ihnen sogar abschnittsweise, so genial zu klingen, wie in den guten alten „Stockholm Syndrome“-Tagen. In Dregens Gitarrenläufe möchte man sich nur allzu schnell verlieben und auch Mickes Whisky getränkte Stimme klingt warm und vertraut. Um es kurz zu machen: Nach einer ausgiebigen Rock-dich-bis-zur-Ekstase-Session und gerade noch rechtzeitig bevor ihnen die Puste ausgehen kann, erreichen die Babies die lang ersehnte Wand. Es gibt einen Killer-Aufprall, den Fans und Kritiker noch sehr lange in Erinnerung behalten werden, und die Band beweist einmal mehr, dass schwedische Rotz-Rocker die dickeren Köpfe haben!
Ligx.de überträgt den Gig der Backyard Babies am Samstag, den 18.10.2008, ab 19:00 Uhr LIVE aus der Hamburger Fabrik!
The Rocks live und barfuß auf Ligx.de!
Thursday, October 2nd, 2008Der Name ist Programm: The Rocks rocken! Ob in kleinen Clubs oder auf großen Festivals, die Band schafft es stets, ihr Publikum zu überwältigen. Was ist ihr Geheimnis? Da wäre zunächst der zwanghaft extrovertierte Sänger James Taylor. Der ist jung, elektrisch aufgeladen und steht praktisch ständig unter Strom. Mit seiner Vorliebe für schwarze Anzüge und Krawatten auf der Bühne wirkt er auf den ersten Blick wie die Kopie einer Kopie einer Kopie. Ist er aber nicht: ist ‘n Original! Woran man erkennt, dass Gitarristin Sarah Bacon auf der Bühne gerade Spaß hat? Sie schleudert ihre High Heels ungehemmt in die Ecke und hopst dann barfuß und elfengleich über die Bühne. Was für ein Schauspiel… Gitarrist Mauro Venegas finde ich alleine deshalb schon sympathisch, weil er es nicht lassen kann, seinen Arm um James zu legen oder ihm aufmunternde Klapse auf den Hintern zu geben.
Nun ein bisschen was zu ihrer Musik: The Rocks haben gerade ihr zweites Album „Letters from the Frontline“ veröffentlicht. Obwohl sie darauf bestehen, dass es ein sehr fröhliches Album ist, drehen sich – abgesehen von einem Song – alle Stücke entweder um Herzschmerz oder um den Tod! Jener übrig gebliebene Song handelt von jemandem, der unschuldig im Gefängnis sitzt. Soviel zum Thema „fröhliches Album“… Aber die Musik klingt schon irgendwie fröhlich: Schrammelnde Gitarren, ein dezent eingesetztes Saxofon und hin und wieder eine gekonnte Schrei-Einlage von James – so simpel ist das Erfolgsrezept der Rocks! Müsste ich dem Ganzen einen Namen geben, würde ich sagen, es ist irgendwas zwischen unbekümmertem Indie-Rock Marke „Strokes“ und wunderbar chaotischem Mir-doch-egal-Punk. Am 04.10.2008 kommen The Rocks für ein Konzert nach Berlin! Dass Ligx den Gig live übertragen wird, dürfte ja wohl klar sein. Und bis es soweit ist, könnt ihr euch die Zeit gerne mit der Aufzeichnung des Rocks-Auftritts auf dem Frequency Festival vertreiben. Daneben sieht selbst Pete Doherty alt aus!
Angriff der Beuteltiere: The Wombats LIVE auf Ligx.de!
Wednesday, October 1st, 2008
Liverpool. Eine neblige Stadt irgendwo an der Westküste Englands. Einst machten sich hier vier stattliche junge Herren auf, die Welt zu erobern – einzig bewaffnet mit ihrem charmanten Gesang und ihrem charismatischen Aussehen. Sie sollten als Legenden zurückkehren.
Auch fünfzig Jahre später noch hängt der überdimensionale Schatten der Beatles wachend über der Stadt. Wie ein zeitloses Mahnmal, das jeden ambitionierten Musiker daran erinnert, die Messlatte möglichst hoch anzulegen. Vielleicht ist es gerade dieser Erwartungsdruck, dem es zu verdanken ist, dass englische Newcomer, wie The Wombats, das Beste aus sich herausholen. Deren musikalisches Abenteuer begann – wie könnte es anders sein – ausgerechnet an Paul McCartneys „Institute Of Performing Arts“.
Dort lernen sich Gitarrist Mathew Murphy, Schlagzeuger Dan Haggis und Bassist Tord Overland Knudsen im Jahr 2003 kennen und stellen recht bald fest, dass sie dem gleichen Traum nachhängen: Noch größer zu werden als die alles überragenden Beatles! Nach dem Abschluss ihrer musikalischen Ausbildung folgt prompt die Bandgründung, darauf dann zahlreiche ausverkaufte Tourneen durch Großbritannien. Spätestens mit der Veröffentlichung ihres Debüt-Albums „A guide to love, loss and desperation“ und dem Smash-Hit „Let’s dance to Joy Division“ fängt auch Rest-Europa an, sich für die drei „Beuteltiere“ zu interessieren. Der Sound der Band wird wärmstens empfangen, wenn auch mit einer gewissen Abgeklärtheit, denn wirklich neu ist die Musik der Wombats auch hierzulande nicht. Erinnert sie in ihrer Gesamtheit doch ein wenig an musikalische Vorläufer wie „Galore“ von The Cure oder „Closer“ von Joy Division. Doch ist dies ja schließlich gewollt: Was gut war für die gestrige Jugend, kann auch nur gut sein für die heutige! Und damit ist auch schon alles gesagt. Es soll hier ja nicht darum gehen, das Rad neu zu erfinden, sondern die Menge zum Kochen zu bringen. Und welche andere Band schafft es schon, mit völlig verstimmten Instrumenten, einem Gesang á la Robert Smith und einem Brit-Akzent, der selbst Prinz Charles vor Neid erblassen lässt, einen derart grandiosen und abgebrühten 80ies-Dancefloor-Rebellen-Sound zu fabrizieren? Da ist das Abtanzen inklusive sämtlicher Verrenkungen, die der menschliche Körper hergibt, quasi mit Erklingen der ersten Takte programmiert.
Heute Abend verwandeln The Wombats die Große Freiheit 36 in eine riesige 80er Jahre-Indie-Britpop-Disco. Ligx.de überträgt den Gig LIVE ab 20:00 Uhr!