Archive for April, 2009

Überleben um jeden Preis: Tiger Lou live auf Ligx.de!

Monday, April 20th, 2009

tiger-louDer Sound auf Tiger Lou’s aktuellem Album „A Partial Print“ weckt so manchen Überlebensinstinkt, den man schon längst verloren geglaubt hat. Man denke dabei an einen Schlittenführer, der mit seinen Huskys in der unendlichen Weite Sibiriens in einen Schneesturm geraten ist und sich schwermütig durch die lebensfeindliche Landschaft schleppt. Oder an einen Ertrinkenden, der in den reißenden Fluten des Yukon River um sein Überleben kämpft, indem er nach jedem noch so dünnen Strauch greift. Man stelle sich den schwedischen Holzfäller vor, wie er ramponiert und gerädert nach Hause zurückkehrt, nachdem er im Wald mit einem wilden Bären gekämpft hat. Er hat dem Tod ins Auge geblickt – aber er hat überlebt.

Tiger Lou alias Rasmus Kellerman wird seine eigenen Visionen gehabt haben, als er die Songs seines neuesten Albums zu Papier gebracht hat. Zumindest was die Lyrics angeht, beschränkt er sich dabei größtenteils auf das Zwischenmenschliche und Banale, auf Beziehungen zu anderen Menschen und zu sich selbst. Das Entscheidende sind aber nicht die Texte, denn diese hält Rasmus gerne im Hintergrund. Sie werden bei ihm zu einem Instrument unter vielen. Mindestens so persönlich, wie die Botschaften seiner Texte, sind die Gefühle, die er durch seine Musik, durch den Sound und die Wahl der Instrumente ausdrücken will. Es dreht sich alles um die Atmosphäre, die beim Musizieren entsteht. Und die ist auf dem neuen Album – wie schon auf den Vorgängern – eine schwermütig-bedrückende. Songs wie “The more you give” und “The less you have to carry” ziehen sich hin, wie ein langer, kräftezehrender Marsch über unwegsames Gelände. Ein treibender Beat ermahnt den Hörer, ja nicht aufzugeben, auch wenn die Reise beschwerlich ist, sprich: die Melancholie einen zu verschlucken droht. Es lohnt sich zu kämpfen, denn Tiger Lou pflastert seine musikalische Odyssee mit zahlreichen leuchtenden Höhepunkten: Das leichtfüßig groovende „Crushed by a Crowd“ verschafft einem die dringend benötigte Atempause, ehe das Album seinen langen Weg von der Stelle seiner Entstehung (Tiger Lou’s Innerstes) zu den unendlichen Weiten der Welt fortsetzt. Gitarren-Klänge in „Trust Falls“, so endlos und weit wie der Horizont über den Ozeanen, wechseln sich ab mit staubig-trockenen Akkordfolgen, die brennen wie aufgeheizter Sand unter den Füßen. Sphärische Synthies, Echo- und Hall-Effekte führen den Hörer tief unter die Erde, hinab in die verborgenen Höhlen des Unterbewusstseins von Rasmus Kellerman. Und ständig wird man begleitet von dieser einzigartigen Stimme, die scheinbar aus dem Off zu einem Spricht, einem den Weg weist. Durch die unendliche Weite der Wildnis.

Ligx.de überträgt den Gig von Tiger Lou am Donnerstag (30.04.) ab 20:00 Uhr live aus dem Lido in Berlin!

Knallfrösche on the Dancefloor: The Rifles live auf Ligx.de!

Friday, April 3rd, 2009

the-rifles1Wer von euch sich schon immer zu jenen Leuten zählte, die gerne zur Musik von Indie-Helden wie The Strokes, The Libertines, Mando Diao oder Franz Ferdinand abtanzten, der kann sich mit der folgenden Band über einen weiteren spannenden Act in seiner privaten Jukebox freuen. Wer nicht: Keine Sorge, der wird es spätestens nach einer der berühmt-berüchtigten Abtanzpartys von The Rifles auch tun! Doch halt, fangen wir ein wenig früher an:

Da standen sie nun: Vier junge Herren aus London, Anfang 20, mit schweren Instrumenten behangen, von grellem Scheinwerferlicht eingefangen, der vornehmlich weiblichen, kreischenden Meute ausgeliefert und dennoch nicht den Eindruck erweckend, als wollten sie sich dagegen wehren. Mit jedem weiteren Song, den sie ekstatisch in die Menge droschen, wurde das Publikum wilder, ließ es sich ein weiteres Stück gehen, bis schließlich auch die letzten Hemmungen im Akkord- und Alkoholrausch fielen und die innersten Empfindungen der jungen Leute offen lagen: Glück, Liebe, Ekstase und Abenteuerlust waren die Folge! Auf dem Höhepunkt der Party wurde derart abgetanzt, gelachkrampft und abgefeiert, dass selbst die alten Meister-Sünder The Rolling Stones vor Neid erblassten. So oder so ähnlich muss es sich zugetragen haben, damals im Jahre 2003 in dem kleinen beschaulichen Live-Club „Bull and Gate“ in Kentish Town/London, als The Rifles zum ersten Mal gemeinsam eine Bühne betreten haben.

Sechs Jahre später sind die Jungs zwar noch nicht legendär, aber zumindest auf dem besten Weg es zu werden. Schließlich war man klug genug, die einst noch provisorisch zusammengekleisterten aber dennoch gut konzipierten Songs technisch aufzuwerten (nicht zuletzt dank dem glücklichen Händchen von Ex-Lightning-Seeds-Mastermind Ian Broudie) und auf CD festzuhalten. Unter dem Namen „No Love Lost“ ist die kleine Sammlung heute in sämtlichen CD-Regalen rund um den Globus zu finden. Das ist vor allem deshalb gut, weil so nämlich überall auf der Welt Menschen Partys veranstalten können, auf denen andere Menschen zu der Musik von The Rifles abtanzen. Und weil so eine Rifles-Abtanzparty höchstens eine halbe Stunde dauert (so lange dauert nämlich das Album), hat die Band vor kurzem kräftig nachgelegt und ein zweites Album rausgehauen! „Great Escape“ heißt das Ding und ist – wenn hier schon von Flucht die Rede ist – eine Flucht nach vorne: Elf knackige Indie-Disco-Songs, die im Gehörgang zünden, wie Knallfrösche auf der Tanzfläche! Macht euch am besten selbst ein Bild davon. Gelegenheit dazu bekommt Ihr am Samstag (04.04.) ab 20:00 Uhr. Dann wird Ligx.de den Gig von The Rifles live aus dem Übel & Gefährlich übertragen!